Controllingdefinitionen

    Im Folgenden werden einige der wichtigsten Definitionen des Begriffs Controlling, die in der deutschsprachigen Literatur gefunden werden können, dargestellt. Ziel dieses Kapitels ist, die große Bandbreite an verschieden Auffassungen darüber, was Controlling eigentlich ist bzw. was der Controller tun sollte, darzustellen.

    • Nach Deyhle heißt Controlling zusammengefasst: „Rechnen und planen und Mitarbeiter überzeugen, dass sie dabei mitmachen.“ (Deyhle, 1984)
    • Hahn versteht unter Controlling „eine Führungsunterstützungsfunktion zur informationellen Sicherung ergebnisorientierter Unternehmensführung. Als Führungsphilosophie verlangt es, das gesamte Entscheiden und Handeln in der Unternehmung ergebnisorientiert auszurichten. Controller üben zudem als Führungskräfte originäre Führungsfunktionen aus.“ (Hahn, 1987)
    • Controlling ist nach Horváth „dasjenige Subsystem der Führung, das Planung und Kontrolle sowie Informationsversorgung systembildend und systemkoppelnd ergebniszielorientiert koordiniert und so die Adaption und Koordination des Gesamtsystems unterstützt. Controlling stellt damit eine Unterstützung der Führung dar: Es ermöglicht ihr, das Gesamtsystem ergebniszielorientiert an Umweltänderungen anzupassen und die Koordinationsaufgaben hinsichtlich des operativen Systems wahrzunehmen.“ (Horváth, 1998)
    • „Controller bemühen sich“, so formuliert es Mayer, „mit Hilfe ihres Navigationsbestecks – den Werkzeugkästen – als betriebswirtschaftliche Fluglotsen ihr Unternehmen in die Gewinnzone zu steuern.“ (Mayer, 1990)
    • Reichmann sieht Controlling als „die zielbezogene Unterstützung von Führungsaufgaben, die der systemgestützten Informationsbeschaffung und Informationsverarbeitung zur Planerstellung, Koordination und Kontrolle dient; es ist eine rechnungswesen- und vorsystemgestützte Systematik zur Verbesserung der Entscheidungsqualität auf allen Führungsstufen der Unternehmung.“ (Reichmann, 1997)
    • Vollmuth beschreibt Controlling als „ein funktionsübergreifendes Führungsinstrument, das die Unternehmensleitung und die Führungskräfte bei ihren Entscheidungen unterstützen soll.“ (Vollmuth, 1997)
    • Die Definition von Weber stellt das Controlling als „eine bestimmte Funktion innerhalb des Führungssystems von solchen Unternehmen, deren Ausführungssystem primär durch Pläne koordiniert wird“, dar. „Die vom Controlling wahrgenommene Funktion ist die Koordination. Das Ziel des Controllings besteht darin, Effektivität und Effizienz der Führung zu erhöhen und die Anpassungsfähigkeit an Veränderungen in der Umwelt und Innenwelt des Unternehmens zu steigern.“ (Weber, 1995)
    • Weber/Schäffer sehen die Aufgabe des Controlling in der Sicherstellung der Rationalität der Führung, die in den verschiedenen Phasen des Führungszyklus unterschiedliche Ausprägungen annimmt. Folgt man der Argumentation der Autoren, so lassen sich mit dem Konzept der Rationalitätssicherung sowohl die unterschiedlichen theoretischen Controllingauffassungen als auch die verschiedenen Erscheinungsbilder des Controlling in der Unternehmenspraxis erklären: In Abhängigkeit vom jeweiligen Rationalitätsengpass führt die Wahrnehmung der Sicherstellungsfunktion zu ganz unterschiedlichen Ausprägungen der Controllingaufgabe. (Weber, Schäffer, 1998)
    • Die Auffassung des Begriffs Controlling des Österreichischen Controller-Instituts (ÖCI) ist folgende: „Controlling ergänzt und integriert das Management in konzeptionellem, funktionalem und institutionellem sowie (bei Einrichtung eigener Controllerstellen) personellem Sinn. Controllingdenkhaltung (Software) und Controllinginfrastruktur (Hardware) sind die Säulen dieser Führungsergänzung. Mit ihrer Hilfe wird es möglich, die Komplexität der Unternehmensführung in den Griff zu bekommen.“

    Mit Ausnahme der beiden Definitionen von Deyhle und Mayer, die einen eher praxisorientierten Zugang zum Controlling haben, weisen die hier dargestellten Auffassungen darüber, was Controlling ist, einige Gemeinsamkeiten auf. Einigkeit scheint vor allem darüber zu bestehen, dass das Controlling eine Führungsfunktion bzw. führungsunterstützende Funktion ist, zu deren Hauptaufgaben (neben anderen) die Koordination zählt.