Prozessmanagement

Was ist ein Prozess?

Prozessdefinition(1)
Ein Prozess ist eine Serie von Aktivitäten mit

  • messbarer Eingabe
  • messbarer Wertschöpfung
  • messbarer Ausgabe

und das in sich wiederholender Folge.

In der Praxis ist es wichtig, zwischen echten Prozessen, d.h. standardisierbaren und standardisierten Abläufen und einer Aneinanderkettung von (Mini-)Projekten zu unterscheiden. Auch Projekte können konstante Abfolgen haben (z.B. Annahme, Vorbereitung, Durchführung, Abnahme von Aktivitäten), allerdings werden in Projekten aufgrund ihres Charakters die Tätigkeiten innerhalb der einzelnen Schritte so stark variieren, dass weder eine inhaltliche, noch in weiterer Folge kostenmäßige standardisierte Betrachtung Sinn macht.
Für Prozessmanagement und in weiterer Folge Prozesskostenrechnung sind daher v.a. repetitive Prozesse mit definierten engen Entscheidungsspielräumen geeignet.

Dimensionen des Prozessmanagement

Ein umfassendes Prozessmanagement bezieht die Dimensionen

  • Kosten
  • Qualität und
  • Zeit

mit ein.

Als Kunden werden im Sinne des Qualitätsmanagements sowohl interne als auch externe Kunden betrachtet. Diese sollten auch gleich behandelt werden.

Ziele des Prozessmanagements

Prozessmanagement ist als permanente Aufgabe zu verstehen. Es ist in der Praxis aber meist festzustellen, dass Prozessmanagement als Projekt aufgrund einer konkreten Problemsituation gestartet wird.

Folgende Zielsetzungen sind häufig Ausgangsbasis für Prozessmanagement:

  • Kostensenkung und Effizienzsteigerung
  • Reorganisation und IS-Unterstützung
  • Optimierung der Wertschöpfungskette / Supply Chain Optimierung
  • Verbesserung des Kundenbeziehungsmanagements
  • Nutzung der Optimierungspotenziale moderner Technologien (z.B. eBusiness)

Um Prozessmanagement in der Organisation über ein Projekt hinaus zu verankern und so ein permanentes und nachhaltiges Prozessmanagement sicherstellen zu können, ist eine entsprechende organisatorische Umsetzung nötig.

Organisatorische Umsetzung des Prozessmanagements

  • Ernennung eines Prozessverantwortlichen („Process Owner“)
  • Abgrenzung zu hierarchischer Funktion (z.B. Abteilungsleiter)
  • Dauerhafte Installierung
  • Linienmanagerfunktion entlang der Prozesskette
  • Ressourcenallokation und Leistungserfüllung in einer Hand

Unternehmen, die ihre Prozesse nachhaltig kostenmäßig überwachen wollen, sollten über das Prozessmanagement hinaus Schritte in Richtung Prozesskostenrechnung setzen. Eine Prozesskostenrechnung ohne Prozessoptimierung im Vorfeld würde aber zu kurz greifen, da sich die Ineffizienzen in den Prozesskostensätzen widerspiegeln würden.

Zusammenfassung Prozessmanagement

  • Die Prozeßbetrachtung ist einer reinen funktions-/bereichsbezogenen Betrachtung überlegen.
  • Die Einbeziehung gegenseitiger Abhängigkeiten wird gefördert.
  • Interdependenzen eigener Handlungen können beurteilt werden.
  • Interne Kunden-Lieferanten-Beziehungen werden betont und berücksichtigt.