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Im deutschsprachigen Raum liegenkaum empirische Ergebnisse über den tatsächlichen Entwicklungsstand des Controllings in NPOs vor. Eine umfangreiche Erhebung zum Controlling in NPOs in Österreich liefert ZISCHG in seinem Buch „Controlling in Non-Profit-Organisationen – eine empirisch explorative Studie“. Ziel seiner Untersuchung war, die Anwendung von Controlling-Instrumenten und den Entwicklungsstand des Controllings in der Praxis von NPOs systematisch zu erfassen. Standardisierte Fragebögen wurden an 1.700 NPOs mit Rechtssitz in Österreich versendet. Die Rücklaufquote betrug 13,6 %. Die Untersuchung erfolgte in sämtlichen Branchen bzw. Tätigkeitsfeldern der NPOs.
Die wichtigsten Erkenntnisse: - Einführungsgründe für Controlling(1)
87,5 % haben Controlling durch Eigeninitiative eingeführt
und nicht aufgrund externen Drucks. Dabei waren die am häufigsten genannten
Gründe zur Einführung von Controlling in die Organisation:Budgetüberwachung,
Schaffung von Entscheidungsgrundlagen sowie der Nachweis der
Wirtschaftlichkeit.
- Entwicklungsstand des Controllings(2)
62,3 % gaben einen niedrigen Entwicklungsstand des Controllings an. Lediglich 2,4 % der befragten Organisationen sind der Auffassung, einen hohen Entwicklungsstand des Controllings vorzufinden. 35,3 % schätzen ihren Entwicklungsstand mittel ein. Der Entwicklungsstand des Controllings kann in
drei Kategorien eingeteilt werden: (siehe Grafik)
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- Anwendung der Controlling-Instrumente
78,7 % wenden kein Kosten-Controlling (Kostenrechnung, Berichtswesen, Planung, Budgetierung) an, 8,4 % sporadisch bzw. selten und 12,9 % öfters bzw. regelmäßig. Am meisten werden die Instrumente Berichtswesen, Kostenartenrechnung, Kostenstellenrechnung zu Vollkosten, Erwartungsrechnung, kurzfristige Erfolgsrechnung sowie Soll-Ist-Vergleiche angewendet. Die Prozesskostenrechnung und die Zielkostenrechnung sind kaum verbreitet. Auch Teilkostenrechnung und Deckungsbeitragsrechnung hat sich in den befragten Organisationen noch nicht durchgesetzt.(3) 61,8 % der Befragten wenden keine non-quantitativen Instrumente an, 19,4 % sporadisch bzw. selten und 18,9 % öfters bzw. regelmäßig. Am meisten angewendet werden die Instrumente Leitbilderstellung, Moderation, Gestaltung von Entscheidungsprozessen, Brainstorming, Formularwesen sowie Stellenbeschreibungen. 4,2 % arbeiten mit Qualitätssystemen, wobei 7,9 % selbst entwickelte Qualitätssysteme haben.(4)
- Resümee
Im Durchschnitt ist Controlling in NPOs nur zu rund 73 % verbreitet. Daher kommt der Bewusstseinsbildung hohe Bedeutung zu. ZISCHG schlägt dazu konkrete Schritte vor, wie zB Seminarangebote, vermehrte Forschung, Publikationen etc.(5) Durch den Einsatz moderner Controlling-Instrumente können die Grundsätze der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit eingehalten und nachgewiesen werden. Gerade aber auch für Non-Profit-Organisationen ist der Einsatz solcher Instrumente von besonderer Bedeutung.(6)
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- vgl. Zischg 1998, S. 174
- vgl. Zischg 1998, S. 182f
- vgl. Zischg 1998, S. 397f
- vgl. Zischg 1998, S. 532
- vgl. Zischg 1998, S. 547
- vgl. Zischg 1998, S. 557
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