Zukunftsorientiertes Controlling in NPOs

    Controlling unterstützt die Entscheidungsträger durch zukunftsrelevante Informationen und die Bereitstellung entsprechender Instrumente zur erfolgreichen Problembewältigung.(1)
    REISS(2) benennt vier wesentliche Grundzüge des Planens, Steuerns und Kontrollierens in NPOs:

    1. Ein prozessorientiertes Verständnis der Leistungserbringung

    Leistungsprozesse beginnen beim Markt (Was will der Kunde?) und enden beim Markt (Bekommt er, was er will?).

    Die Zielsetzung heißt „bestmögliche marktorientierte Gesamtleistung“ (Prozessoptimierung).

    Sie wird durch Abstimmung der einzelnen Leistungsbereiche aufeinander erreicht.
    Als Planungsinstrument ist die Zielkostenrechnung bzw. das Zielkostenmanagement anzusehen.

    2. Ganzheitlichkeit des mentalen Modells

    Das Denken in aggregierten Leistungsprozessen in Verbindung mit kritischen Erfolgsfaktoren stellt ein mentales Modell dar.

    Mit Hilfe eines Benchmarking kann das Controlling wettbewerbskritische Erfolgsfaktoren er- und vermitteln. Die Erfolgsfaktoren ermöglichen eine Differenzierung vom Gros des Wettbewerbs.

    Das Controlling stellt zB mit Hilfe einer Balanced Scorecard die Zielzusammenhänge dar und definiert dazu Messgrößen.

    Das Berichtswesen als „Produkt“ des Controllings dient der Unterstützung der Entscheidungsträger. Leistungsinformationen (Mengen- und Zeitdaten) haben eine hohe Bedeutung für das Berichtswesen.

    3. Aktives Management von Lernprozessen

    „Mechanische“ Veränderungen des Prozesserneuerns und –optimierens („Reengineering“) müssen in ein „Denkstrukturen erneuern“ übergehen („Rethinking“).

    Die Mitarbeiter müssen sich bezüglichihres Wissens, ihrer Erkenntnisse und ihrer Erfahrungen abstimmen und einneues Verhalten als gemeinsame Strategie entfalten.

    Das Controlling leistet hier vor allem im Bereich Bewusstseinsbildung, Gestaltung von Zukunftsvisionen, Suche nach Perspektiven von Veränderungen etc. Arbeit.

    4. Abbildung des Funktionsmodells der Organisation im Informationssystem

    Informationssysteme müssen auf die datenmäßige Abbildung des Funktionsmodells der Organisation abgestimmt sein. D.h., die Anwendungen müssen einen Überblick über die Zusammenhänge zwischen den Leistungsprozessen geben.

    Aktuelle und zukünftige Telekommunikationsmöglichkeiten müssen in das Informationsmanagement einbezogen werden. Die Abstimmung muss auf der Ebene der Zielsetzungen, der Planung, der Steuerung und der operativen Durchführung, erfolgen.

    1. vgl. Horak 1995, S. 253
    2. vgl. Reiss 2001, NPO-Kongress